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Wie wahrscheinlich schon die meisten wissen, mussten wir vor Weihnachten nach vielen schönen Jahren und einer genossenen Pension von unserem geliebten Sveinn Abschied nehmen.
Nach einem glücklichen Zufall fand Sveinn vor Jahren den Weg zu uns. Anfangs glänzte er vor allem in den fortgeschrittenen Bahnstunden mit seinem Dressurkönnen (fliegender Galoppwechsel, Schenkelweichen auch im Trab usw..). Kurz nach seiner Ankunft wurde jedoch auch klar, dass er aufgrund seines freundlichen Charakters dazu geeignet war, auch Anfänger in das kleine Einmaleins des Reitens einzuführen. Doch nicht nur das, Sveinn half Reitschülern aller Altersklassen durch unzählige Reiterpass- und Reiternadelprüfungen. Sveinn war so routiniert, dass er kleine Fehler seiner Prüflinge korriergierte. Untypisch für einen Isländer war auch sein Drang, Hindernisse ungebremst überwinden zu wollen. Genauso ungebremst folgte er dem Ruf der Futterschüssel. Egal wie viel wir ihn auch fütterten, nahm Sveinn leider im letzten Jahr kontinuierlich ab.
Aufgrunddessen entschieden wir uns, dem Braunscheckwallach einen würdigen letzten Lebensabschnitt bei uns zukommen zu lassen. Er genoss das letzte Jahr zusammen mit seinem Freund Gormur und freute sich über jede Zuneigung, die ihm zuteil wurde. Wir würden uns sehr darüber freuen wenn auch ihr eure schönen Erinnerungen an Sveinn mit uns teilt.
Lisi: Als ich vor 4 Jahren begann am VIP Babenberg zu unterrichten, begegnete mir Sveinn zum ersten Mal in den Longestunden. Zum einen war er immer schon wegen seiner Farbe auffallend und viele Reitschüler wollten ihn schon deswegen reiten. Fortgeschrittene Reiter bekamen ihn dann von mir zugeteilt, um das Leichttraben auf ihm zu lernen - was, wie viele wissen, nicht ganz so einfach war bei ihm. Nachdem er diesen Reitschülern dann endlich verholfen hatte in die Bahn zu kommen, begegneten sie ihm dort wieder. Eine der Schwierigkeiten war dann, ihn zu zäumen, denn Sveinn zog es immer vor, den Boden nach Fressbarem zu erkunden. In den Reitstunden signalisierte er seinem „Piloten" sofort, wenn er nicht aktiv genug geritten wurde, indem er den Kopf immer wieder nach unten zog. Wurde aus dem „Pilot" ein „Reiter", galoppierte Sveinn mit ihm wie ein Weltmeister. Aber was ich nie vergessen werde, waren die Reiterpassprüfungen mit ihm. Sobald der Schecke auch nur ein Hinderniss sah, rannte er ungebremst darauf zu und nahm jede Höhe ohne Problem. Ich werde ihn sowohl in den Bahnstunden, als auch in den Longestunden sehr vermissen.
Babsi: Wenn ich an Sveinn denke, fällt mir als erstes ein, wie er während seiner Pension öfter als nur einmal Reitschüler ausgetrickst hat! Wurde sein bester Freund Gormur in seinen Stall zurückgebracht, beschloss Sveinn, dass es jetzt mal wieder Zeit für sein nächstes Futter wäre! Er schummelte sich an den Kindern vorbei und trabte dann entweder auf die große Wiese oder zu seinem Kübel! Während einige Kinder Sveinn verzeweifelt verfolgten, konnten wir ihnen nur mit einem Schmunzeln mitteilen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen, denn er ließ sich stets problemlos wieder einfangen! Weiters ist mir in Erinnerung geblieben, wie er innerhalb der Reiterpassdressurprüfung seinen nervösen Prüflingen stets den richtigen Weg gewiesen hat! Vergaß der Reiter im Eifer des Gefechts mal den nächsten Aufgabenteil, konnte er sich hundertprozentig auf Sveinn verlassen, denn dieser wusste immer wo es weiter ging! Ich werde mich immer an ihn mit einem Lächeln im Gesicht an ihn erinnern! Danke für die vielen schönen Momente! Wir werden dich nie vergessen!
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